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Foyer - Josef Wolf - ohne TitelRaum 11 - Attila Kovács -  Synthese10-Kreis

denken

eine Ausstellung über Wege, die Welt zu erfahren

Kolumbastraße 4, D-50667 Köln

Als Museum der Nachdenklichkeit wurde Kolumba entwickelt, um „im Erkennen und Abwägen künstlerischer Entwürfe mögliche Denkansätze für die eigene existenzielle Sinngebung zu finden“ (Joachim M. Plotzek 1994). Die „sehr katholische Mischung aus Bilderlust und Deutungsernst“ (Die Zeit) wurde zum individuellen Merkmal für das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Wie denkt es sich ohne Worte in Bildern, in Musik, in der Architektur? Die Ausstellung ermöglicht den Blick in das Atelier, in die Arbeit der Künstler(innen), ihre Grundlagen und ­Recherchen.

Beginnend mit dem Satz „Die reine Vernunft ist als reine Vernunft ungenießbar“ aus einer Arbeit von Bernhard Johannes Blume, geht die Ausstellung verschiedenen Formen des Denkens neben der „reinen Vernunft“ nach, die eine künstlerische Form gefunden haben. Zeitlich stehen die Symbole, Denk- und Andachtsbilder des Mittelalters am Anfang einer abendländischen, vom christlichen Glauben geprägten Kultur von Welterfahrung und Weltvorstellung, die in der zeitgenössischen Kunst vom Denken der Hände bis zu minutiös entwickelten Strukturen reicht. Ohne das Medium Buch, das eine besondere Würdigung in der Ausstellung erfährt, wäre eine solche Kultur nicht vorstellbar. Die Ausstellung endet in den drei Turmräumen auf ganz unterschiedliche Weise: als Raum einer privaten Andacht über die Vergänglichkeit, über Leben und Tod (Raum 17); als poetischer Hinweis auf die Welt der Fantasie und auf die künstlerische Fähigkeit, dem Unvorstellbaren Raum zu geben (Raum 19); als Klangerlebnis, dem mit Worten nicht beizukommen ist (Raum 21).

Die Ausstellung denken stellt die Frage nach dem Erkenntnispotenzial von Kunst. Im Zeitalter von Information und Kommunikation möchten wir Kontemplation und Dauer wieder ins Spiel bringen und danach fragen, ob darin nicht prinzipielle Voraussetzungen des Denkens zu sehen sind, zumindest aber Voraussetzungen ­eines Denkens, das befähigt ist, naturwissenschaftliches, politisches und gesellschaftliches Denken et cetera zu ergänzen und zu bereichern. Die Ausstellung lässt Kunst als einen der wenigen Denkräume erleben, der nicht zweckorientiert ist und sich der Forderung nach immer stärkerer Effizienz widersetzt. Künstler(innen) forschen im eigenen Auftrag, getrieben von ihrer Neugierde und dem Anliegen, die sie umgebende Welt in Erfahrung zu bringen. Sie forschen häufig genug unabhängig von öffentlichen Reaktionen, umkreisen mit ihrem Werk in größter Kontinuität über Jahrzehnte eine sie interessierende Fragestellung, die sich in ihren Werken mitteilt. Beschäftigt mit existenziellen Fragen, finden Künstler(innen) zu Antworten, die aufgrund ihrer radikalen Subjektivität authentisch sind und eben dadurch gesellschaftlich relevant werden. Sie werden mitteilbar, indem sie anschaulich werden, greifbar im Zwischenraum von Werk und Betrachter. Intuitiv erfahrbar, führen sie uns in Erlebnis- und Erfahrensräume, in denen die an Vernunft gebundene Sprache der Worte versagt.

Es werden Werke und Werkgruppen von Josef Albers, Birgit Antoni, Monika Bartholomé, Krimhild Becker, Victoria Bell, Joseph Beuys, Bernhard Johannes Blume, John Cage, Olaf Eggers, Bill Fontana, Lutz Fritsch, Franz Ittenbach, Hans Josephsohn, Konrad Klapheck, Jannis Kounellis, Attila Kovács, Dieter Krieg, Thomas Lehnerer, Bernhard Leitner, Rune Mields, Thomas Rentmeister, Richard Serra, Antoni Tàpies, Peter Tollens, Manos Tsangaris, Josef Wolf und Peter Zumthor gezeigt.

bis 31. August 2012

Informationen

Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums Köln
Kolumbastraße 4, D-50667 Köln
Tel. +49 (0) 221/93 31 93-0
täglich 12–17 Uhr, Do 12–19 Uhr, Di geschlossen (Gruppenführungen ­nur ­außerhalb dieser Öffnungszeiten)
geschlossen am 24., 25., und 31. Dezember, am 1. Januar, an Karneval von Donnerstag ­bis einschließlich ­Aschermittwoch

mail@kolumba.de

www.kolumba.de

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