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Dix DP Gü 1920Dix Richter 1933Dix SB mit Jan 1930Dix Sonnenaufg1913

Otto Dix: retrospektiv. Zum 120. Geburtstag

Malerei und Arbeiten auf Papier.

Orangerieplatz 1, D-07548 Gera

Anlässlich des 120. Geburtstags des berühmten Malers Otto Dix, der 1891 in Gera geboren wurde, richtet die Kunstsammlung Gera eine umfassende Ausstellung aus (Eröffnung: 2. Dezember 2011) und würdigt damit das bedeutende Schaffen des großen Künstlersohns der Stadt. Im Mittelpunkt der retrospektiv angelegten Schau stehen Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen zu den Themen Porträt, Eros und Tod, Krieg und Gewalt, Allegorie und Landschaft, welche die inhaltliche und stilistische Breite von Dix’ Kunst aufzeigen.

Die Ausstellung wird über 100 ausgewählte Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken des Künstlers aus der eigenen Sammlung, der Otto-Dix-Stiftung sowie aus öffentlichen und privaten Sammlungen vereinen. Es werden auch einige Arbeiten aus Privat­besitz präsentiert, die seit annähernd drei Jahrzehnten nicht mehr öffentlich zu sehen waren.

Den Auftakt zur Ausstellung bilden frühe Landschaftsdarstellungen mit Motiven aus der Umgebung von Gera, die noch deutlich durch den Impressionismus und die Freilichtmalerei beeinflusst wurden. Die Bilder sind in einer impressiven Peinture alla prima gemalt und sicher direkt vor der Natur entstanden. Unter dem Einfluss der Dresdner Van-Gogh-Ausstellung von 1912 entstehen dann Landschaften seiner Ostthüringer Heimat und des Dresdner Umfelds mit bewegten Pinselzügen und einer dichten malerischen Textur, in denen der künstlerische Wandel von der impressionistischen Erfassung zum kraftvollen, bisweilen expressiven Realismus deutlich wird.

Von den 1920er- bis Anfang der 1930er-Jahre bleibt die Landschaftsdarstellung im Werk von Dix weitestgehend ausgespart. Erst ab Mitte der 1930er-Jahre wandte sich Otto Dix wieder stärker dieser Gattung zu, die er in altmeisterlicher Lasurtechnik ausführte.

Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg gehört zu den zentralen Themen in Dix’ Œuvre, der mit seinen Werken „nicht Angst und Panik auslösen, sondern Wissen um die Furchtbarkeit eines Krieges vermitteln und damit die Kräfte der Abwehr wecken“ wollte (Dix 1964). Otto Dix, dem als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg die Realität des modernen Infernos unmittelbar vor Augen stand, hat wie kein anderer die grausige Wirklichkeit des Kriegs, von Chaos, Zerstörung, Gewalt und Tod dargestellt. Seine einzigartigen Darstellungen der Schrecken des Kriegs, aber vor allem auch dessen weitreichender Folgen in der Nachkriegsgesellschaft ist das, was Dix von vielen Künstlern seiner Generation unterscheidet.

Ein eigener Ausstellungsteil ist den „verschollenen Meisterwerken“ von Otto Dix gewidmet. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten veränderte sich die Lebenssituation für Dix grund­legend. Wenige Monate später erfolgte auch die erste öffentliche Diffamierung von Dix als „entartetem“ Künstler durch die Ausstellung Entartete Kunst, die im Herbst 1933 im Lichthof des Dresdner Rathauses stattfand. Die Kunstsammlung Gera wird in Zusammenarbeit mit der Otto-Dix-Stiftung Vaduz deshalb den Versuch unternehmen, einige der bedeutendsten „verschollenen Meisterwerke“ von Dix in Form einer visuellen Projektion beziehungsweise Reproduktion in Originalgröße in den Ausstellungsbereich und somit in das Bildgedächtnis zurückzuholen und die Geschichte der Bilder auf Basis der neuesten kunsthistorischen Erkenntnisse zu rekonstruieren.

3. Dezember 2011 bis 18. März 2012

Informationen

Kunstsammlung Gera – Orangerie

Orangerieplatz 1, D-07548 Gera

Tel. +49 (0) 365/838 42 50

Di–So und Fei 11–18 Uhr

www.gera.de

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