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PHOTOGRAPHY CALLING!

PHOTOGRAPHY CALLING! zeigt mit Werken von 31 Fotografinnen und Fotografen auf über

2000 Quadratmetern erstmals seit der großen Schau How you look at it im Jahr 2000 eine

umfassende Übersicht zum Stand der künstlerischen Fotografie seit den 1960er-Jahren.

Kurt-Schwitters-Platz, D-30169 Hannover

Die Ausstellung wird vom Sprengel Mu­seum Hannover in Kooperation mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung durchgeführt und stellt, ausgehend von deren europaweit einzigartiger Sammlung von umfangreichen Werkgruppen ausgewählter amerikanischer und europäischer Fotografen, die Frage nach der Geschichte und den Perspektiven des „dokumentarischen Stils“. Mit PHOTOGRAPHY CALLING! soll ein weiteres Signal gegeben werden, um Hannover als wichtigen Standort für künstlerische Fotografie im Norden zu etablieren.

Die Ausstellung findet ihre Ausgangspunkte in Werkgruppen von Robert Adams, Diane Arbus, Lewis Baltz, Bernd und Hilla Becher, William Eggleston, Lee Friedlander, John Gossage, Nicholas Nixon, Martin Parr und Michael Schmidt. Positionen wie die von Rineke Dijkstra, Paul Graham, Thomas Struth und Fotografinnen und Fotografen folgender Generationen wie Jitka Hanzlová, Stephen Gill, Jochen Lempert, Elisabeth Neudörfl, Heidi Specker und Tobias Zielony schreiben die fotografische Erzählung über die Welt mit den Mitteln einer streng dem Medium verpflichteten und doch zugleich höchst subjektiven Fotografie fort.

Max Baumann, Boris Mikhailov, Rita Ostrowskaja und Helga Paris erweitern die Perspektive um Erfahrungen der biografisch prägenden Konfrontation mit ­unterschiedlichen politischen Systemen. Laura Bielau, Thomas Demand, Hans-Peter Feldmann, Andreas Gursky, Thomas Ruff, Wolfgang Tillmans und Jeff Wall verwenden Stilmittel des Doku­mentarischen im Sinne einer modell­haften Aus­einandersetzung mit Wahr­nehmung. Viele der Arbeiten sind erstmals ausgestellt.

In die Ausstellung werden drei von Gastkuratoren konzipierte und aufeinander folgende, jeweils einmonatige Projekträume integriert. Sie thematisieren sowohl drei unterschiedliche Methoden des Sammelns als auch drei unterschiedliche Gebrauchsweisen der Fotografie.

Der Künstler Thierry Geoffroy spürt vom 9. bis 30. Oktober 2011 dem Ausstellungstitel PHOTOGRAPHY CALLING! nach und fragt: Wer ruft wen und was und zu welchen Zwecken, geleitet von welchen Interessen? Markus Schaden richtet ab 1. November 2011 einen Studienraum ein, der sich mit dem Fotobuch als „Speichermedium“ und Sammlungsobjekt auseinandersetzt. Vom 6. Dezember 2011 bis 15. Januar 2012 gibt Wilhelm Schürmann exemplarisch preis, welchen Obsessionen in einer privaten Sammlung das Zusammenspiel von Fotografie, Grafik, Malerei und Skulptur zu folgen vermag.

Im Vorfeld der Ausstellung How you look at it im Sprengel Museum Hannover, die anlässlich der Expo 2000 von Thomas Weski und Heinz Liesbrock kuratiert wurde, begann die Niedersächsische Sparkassenstiftung umfangreiche Werkgruppen ausgewählter amerikanischer und europäischer Fotografinnen und Fotografen zu erwerben. Die Sammlungstätigkeit konzentriert sich seither auf solche Positionen, die in der Tradition des „dokumentarischen Stils“ (Walker Evans, 1903–1975) begriffen werden können und seit Ende der 1960er-Jahre stilbildend wirken. So konnte – ausgehend von Ankaufsempfehlungen eines hochkarätig besetzten Kunstbeirats – eine profilierte fotografische Sammlung zusammengetragen werden, die in ihrer Konzentration auf Werkgruppen europaweit einmalig ist.

bis 15. Januar 2012

PHOTOGRAPHY CALLING! wird gefördert von der Sparkasse Hannover

In der Zusammenarbeit mit dem Sprengel Museum Hannover und anknüpfend an die in dieser Institution seit 1979 gepflegte und entwickelte Tradition der Auseinander­setzung mit dem Medium Fotografie, mit Ausstellungen wie denen von Karl Blossfeldt, El Lissitzky, Judith Joy Ross oder ­Michael Schmidt, um hier nur einige wenige Namen zu nennen, oder dem „SPEC­TRUM“ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen werden die Sammlung und ihre Perspektive der Öffentlichkeit vorgestellt. „Sammeln“ erweist sich hier als ein offenes System, das in den Projekträumen selbstreflexiv und in den Ergänzungen zukunftsorientiert und diskussionsfreudig agiert.

Informationen

Sprengel Museum Hannover

Kurt-Schwitters-Platz, D-30169 Hannover

Tel. +49 (0) 511/16 84 38-75

Di 10–20 Uhr, Mi–So 10–18 Uhr

sprengel-museum@hannover-stadt.de

www.sprengel-museum.de

www.photographycalling-blog.de

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