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1. Advent in WörlitzLuisiumspeisesaalmizra2Wö-Stein

Pompeji, Kibbuz, Bauhaus – kulturelle Vielfalt in Anhalt

Stiftung Bauhaus Dessau über die Kibbuz-Bewegung in Palästina/Israel mit Filminstallation laden ein zum winterlichen Kulturbummel.

Pompeji im Schnee

Am 24. August des Jahres 79 n. Chr. kam es am Golf von Neapel zu einem verheerenden Ausbruch des Vesuv, der Tausende Menschen das Leben kostete und die antiken Städte Pompeji, Herculaneum und Stabiae unter sich begrub. Zahlreiche Zeugnisse antiker Kultur wurden durch die Katastrophe konserviert. 1787 schrieb Johann Wolfgang von Goethe begeistert: „Es ist viel Unglück in der Welt geschehen, aber wenig, das der Nachwelt so viel Freude gemacht hätte.“
Im Jahr 1766 besichtigten Fürst Franz von Anhalt-Dessau und sein Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff auf ihrer Grand Tour die Ausgrabungsstätten. Die fremdartigen antiken Wand- und Deckenmalereien wie auch Mosaiken und Kunstgegenstände haben die Reisenden so sehr fasziniert, dass danach in den Schlössern des Gartenreichs zahlreiche Motive und Dekorationsmuster nachgestaltet wurden. Auf dem europäischen Kontinent handelt es sich dabei um die früheste Rezeption dieser so sensationellen Ausgrabungsfunde.
Das spektakulärste Monument der Rezeption Pompejis ist die ab 1788 errichtete Felseninsel „Stein“ in den Wörlitzer Anlagen. Tief beeindruckt von der künstlichen Insel mit ihrem hoch aufragenden Vulkan, dem antikischen Theater und der reich ausgestatteten „Villa Hamilton“, rief der bedeutende wallonische Kunstkenner Fürst Charles Joseph de Ligne aus: „C’est tout Herculanum!“

17. Dezember 2011; 21. Januar, 18. Februar und 17. März 2012, 11 Uhr, Luisium

Kibbuz und Bauhaus

Die Stiftung Bauhaus Dessau zeigt eine Ausstellung über die Kibbuzbewegung in Palästina/Israel. Viele der sie prägenden Planer und Pädagogen kamen aus Europa, einige ihrer Architekten ließen sich am Bauhaus aus- oder weiterbilden. Nach ihrer Emigration aus NS-Deutschland legten sie den Grundstein der modernen Architektur in Israel. Der soziale Anspruch des neuen Bauens wurde in den Kibbuzim in einmaliger Form verwirklicht. Die Ausstellung gibt Einblick in den Zeitgeist der Moderne, in die Ideen und Bewegungen, die der Gründung des Bauhauses und der Entwicklung des Kibbuzwesens vorausgingen und diese begleiteten. Persönliche Dokumente und Fotos zeichnen die Migrationspfade der einflussreichsten Kibbuzplaner nach – darunter die der Bauhäusler Shmuel Mestechkin, Arieh Sharon und Munio Weinraub. Pläne, Fotografien und Interieurs stellen ihre eindrucksvollen Kibbuzplanungen vor. Die Arbeit Beyond Eden erweitert den Blick ins Heute: Die Künstlerin Stephanie Kloss und die Politikwissenschaftlerin Antonia Blau haben über 40 Kibbuzim fotografisch dokumentiert und ihre Bewohner interviewt. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit der Bezalel Academy of Art and Design, Jerusalem, und dem Museum of Art, Ein Harod, Israel, unter der Schirmherrschaft des Kulturstaatsministers Bernd Neumann und des israelischen Botschafters in Deutschland, Yoram Ben-Zeev. Das Projekt wird von der Friede-Springer-Stiftung, Berlin, gefördert.

24. November 2011 bis 9. April 2012, Bauhausgebäude

Filminstallation Traces des israelischen Filmemachers Amos Gitai

24. November 2011 bis 12. Februar 2012, Meisterhaus Schlemmer

Angebot

Anhalt Package

NH Hotel Dessau Leistungen: Übernachtung/Frühstück Anhaltinische Brotzeit und Begrüßungscocktail 60 Euro pro Person im Doppelzimmer 99 Euro im Einzelzimmer Reservierung: Tel. +49 (0) 340/251 40 Dessau-Rosslau ist der ideale Ausgangspunkt zum Besuch der UNESCO Stätten Bauhaus, Meisterhäuser und Gartenreich.

Informationen

www.luther-bauhaus-gartenreich.de

www.bauhaus-dessau.de

www.gartenreich.com

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