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Totentanz und Hochzeit

Von Claudio Monteverdis L’Orfeo bis zur Uraufführung der Oper Gogol.

Linke Wienzeile 6, A-1060 Wien

Mit der Spielzeit 2011/12 startet das Stagione-Opernhaus Theater an der Wien in seine sechste Saison. Ein Entree der Sinne: Der Spielplan für die kommende Saison umfasst 26 verschiedene Musiktheaterwerke vom Barock bis zur Moderne mit drei Uraufführungen und einer vierteiligen „Opernreise“ durch das 19. Jahrhundert.

Uraufführung Gogol

Die russisch-amerikanische Komponistin und Dichterin Lera Auerbach zeigt in ihrer neuen Oper Gogol die letzte Lebensphase des großen russischen Dichters ukrainischer Herkunft. Sie nähert sich Nikolai Gogol aber nicht rein biografisch, sondern versucht, für den bis heute verstörenden Tod des Dichters eine eigene poetische und musikalische Sprache zu finden. Gogol verbrannte in einem religiösen Wahn nicht nur den zweiten Teil seines Romans Die toten Seelen, sondern starb schließlich an den Folgen strengen Fastens im Alter von nur 42 Jahren. Im Libretto lässt Lera Auerbach den Dichter mit Frau Tod tanzen und konfrontiert ihn mit Personen aus seinem eigenen Werk. Die Zeit scheint aus den Fugen geraten, und in Auerbachs Worten gilt: „Nur die unendliche Sehnsucht überdauert die Zeiten.“

Unter der musikalischen Leitung des Dirigenten Wladimir Fedosejew spielt das ORF-Radio-Symphonieorchester Wien. Für die Inszenierung zeichnet die renommierte Regisseurin Christine Mielitz verantwortlich. Neben dem Arnold Schoenberg Chor sind als Solist(inn)en unter anderen Martin Winkler und Otto Katzameier (Gogol), Ladislav ­Elgr (Bes), Natalia Ushakova (Poshlust/Hexe) und Stella Grigorian (Tod) zu erleben. Ab 15. November 2011

Claudio Monteverdi: L’Orfeo

Diese Komposition sollte als erste Oper überhaupt in die Geschichtsbücher eingehen und hat ihren Reiz seit 400 Jahren nicht verloren. Die „favola in musica“ nach einem Libretto von Alessandro Striggio kann den Anspruch, die erste Oper gewesen zu sein, zwar nicht allein erheben, aber Monteverdi zeigte als Erster und bereits in unglaublicher Voll­endung, was Musiktheater emotional zu bewirken vermag. Die Geschichte des mythischen Sängers Orpheus und des tragischen Verlusts seiner geliebten Eurydike findet in Monteverdis Musik ihre emotionale Vollendung. Ivor Bolton leitet die Spezialisten des Freiburger Barockorchesters. In der Inszenierung von Claus Guth betrauert John Mark Ainsley als Orfeo den Tod seiner geliebten Euridice, verkörpert von Mari Eriksmoen. Ab 14. Dezember 2011

Zwei Liebesgeschichten: Iolanta und Francesca da Rimini

Peter Iljitsch Tschaikowskys letzte Oper, Iolanta, und Sergej Rachmaninows Francesca da Rimini sind zwei Liebesgeschichten und bei den unzähligen Spielarten der Liebe doch zwei gänzlich kontrastierende Werke. Die von ihrer Blindheit geheilte Prinzessin Iolanta darf das Glück erfahren und ihren Prinzen heiraten. Francesca hingegen leidet in der Hölle, nachdem sie von ihrem hässlichen Gemahl bei einem Kuss mit dessen schönem Bruder beobachtet und getötet wurde. Im Inferno nach Dante ist die Schuld verdammter Seelen nie auf den ersten Blick eindeutig, und Francesca und ihr Geliebter sind dem tosenden Höllenstrudel ausgeliefert. Das Libretto zu beiden Stücken schrieb Peters Bruder Modest Iljitsch Tschaikowsky.

Kirill Petrenko wurde nach 2007 im Jahr 2009 zum zweiten Mal vom Fachmagazin Opernwelt zum „Dirigenten des Jahres“ gekürt, insbesondere für seine Aufführung von Richard Strauss’ Intermezzo im Theater an der Wien. Der in Russland geborene Dirigent leitet bei den zwei einaktigen Opern das ORF-Radio-Symphonieorchester Wien und den Arnold Schoenberg Chor. Die ukrainische Sopranistin Olga Mykytenko übernimmt beide Titelpartien, Saimir Pirgu singt jeweils den Geliebten von Iolanta und Francesca. Die Inszenierung liegt in den Händen von Stephen Lawless. Ab 19. Januar 2012

Informationen & Termine: www.theater-wien.at

Karten bei Wien-Ticket: Tel. +43 (0) 1/588 85

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