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Adlermaske, Vancouver Island, 19. Jh., Foto A. DreyerBootsmalanggan, Neuirland, Papua-Neuguinea, Foto A. DreyerIMG_8744 Ohrpflöcke_2500IMG_89352 Uli-Skulptur_2000IMG_8983 Katsina-Figur_2500KunstG

Weltsichten – Blick über den Tellerrand!

Das Linden-Museum Stuttgart vereint zu seinem 100. Geburtstag auf über 2000 Quadratmetern erstmals alle sieben Regionalabteilungen des Museums in einer Schau und öffnet in kulturvergleichenden Inszenierungen den Blick für die faszinierende Vielfalt unserer Welt.

Schloßplatz 2, D-70173 Stuttgart

Es gibt kein zentraleres Menschheitsthema als die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Welt: Sie entscheiden über Rang und Status, Krieg und Frieden sowie über die Bedeutung von Leben und Tod.

Wer hat in einem Land Chancen, an die Macht zu kommen? Hat ein Buddhist ein anderes Zeitempfinden als ein Europäer oder ein Südamerikaner? Wie verschieden kann sich das Verhältnis zwischen Mann und Frau gestalten? Wie entsteht ein Schönheitsideal?

Jede Kultur findet eigene Antworten auf die Fragen des Lebens. Alltägliche Wesensmerkmale der einen Gesellschaft gelten der anderen als unumstößliches Tabu. Die Ausstellung gibt faszinierende Einblicke in kulturelle Unterschiede und verbindende Gemeinsamkeiten. Anhand rund 400 hochrangiger Objekte aus fünf Kontinenten wird die atemberaubende Vielfalt menschlichen Zusammenlebens vorgestellt.

Aktuelle Fragestellungen treffen hiebei auf historische Objekte aus einer der bedeutendsten völkerkundlichen Sammlungen Europas. Neu erworbene Exponate zeigen den raschen kulturellen Wandel und verweisen gleichzeitig auf die Fortdauer gelebter Traditionen. Den Besucher erwarten in atmosphärische Inszenierungen eingebettete Kunstwerke, die ihn durch eine vermeintlich fremde Ästhetik in Erstaunen versetzen.

Die Völkerkunde tritt hier als Übersetzerin anderer Lebensweisen auf: Sie bringt alltägliche Objekte zum Sprechen und lenkt den Blick auf die farbenfrohen Schönheiten und inspirierenden Errungenschaften anderer Kulturen. Fantasievolle Bekleidung, wertvolle Schmuckstücke, beeindruckende Masken und inspirierende Ritualgegenstände machen so den kulturellen Reichtum anschaulich und vermitteln die zugrunde liegenden Weltsichten.

Den Auftakt der Ausstellung bildet der Bereich „Kunst und Ausdruck“. Spitzenstücke leiten den Blick auf die unterschiedlichen Ausdrucksformen und künstlerischen Sichtweisen. Es folgt der Bereich „Auszeichnung und Ansehen“, der sich mit Status, Legitimation und Insignien der Macht befasst. Im Themenblock „Raum“ stehen die Bereiche Kultivieren und Achten, Weite und Wege, Abgrenzen und Einladen sowie Geschlechter und Beziehungen im Mittelpunkt. In zahlreichen Beispielen aus der Welt werden wirtschaftliche und mythologische Möglichkeiten zur Aneignung des Landes, Formen der Mobilität, Wohnstrukturen sowie die Beziehungen zwischen den Geschlechtern gezeigt.

Der Bereich „Zeit“ umfasst die Themen Kreislauf und Unendlichkeit, Erneuerung und Wiederkehr sowie Vergessen und Erinnern. In diesem Themenblock geht es um die Erfassung und Interpretation von Zeit, um Vorstellungen des Werdens und Vergehens sowie der Beziehung zwischen den Lebenden und den Toten.

Schirmherr der Ausstellung ist Bundespräsident Christian Wulff.

bis 8. Januar 2012

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