Ernst Ludwig Kirchner, Selbstbildnis als Soldat, 1915, Öl auf Leinwand © Allen Memorial Art Museum, Oberlin College, USA Max Beckmann, Selbstbildnis als Krankenpflege, 1915, Öl auf Leinwand © Von der Heydt-Museum Wuppertal Otto Dix, Selbstbildnis als Mars, 1915, Öl auf Leinwand © Städtische Sammlungen Freital, Schloss Burgk Albert Weißgerber, David und Goliath, 1914, Öl auf Leinwand, Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Saarland.Museum, SaarbrückenMax Beckmann als Krankenpfleger in Ypern,1915, Fotografie © Max Beckmann Archiv München Ernst Ludwig Kirchner, Selbstporträt im Atelier Berlin-Friedenau, Körnerstr. 45 1915, Fotografie (Vintage print), Kirchner-Museum, Davos

1914. Die Avantgarden im Kampf

Die Ausstellung untersucht das Schicksal der modernen Kunst in ihrem Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg.
Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, D-53113 Bonn

Der Erste Weltkrieg gilt als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. 70 Millionen Soldaten standen in Europa, Afrika, Asien und auf den Weltmeeren unter Waffen, 17 Millionen Menschen verloren ihr Leben. Die prägenden Jahre von 1914 bis 1918 waren Endpunkt und Neubeginn zugleich. Mitten in den Auseinandersetzungen kämpften auch die Künstler, und die Ereignisse hinterließen in ihren Werken deutliche Spuren.„Ich bin innerlich zerrissen und geimpft nach allen Seiten, aber ich kämpfe, auch das in Kunst auszudrücken.” Ernst Ludwig Kirchner.
Während vor dem Krieg die europäischen Avantgarden einen engen Austausch untereinander pflegten, zerstörte der große Krieg dieses fruchtbare Zusammenspiel auf brutale Weise. Schon vor 1914 kamen in Deutschland und Österreich bedrückende Endzeitgedanken auf, andererseits finden sich vielfach Kampfmotive. Zahlreiche Künstler gingen zunächst mit Begeisterung in den Krieg – aus durchaus unterschiedlichen Gründen. Das eigentliche, das tragische Ereignis für die Moderne war der Zusammenbruch des internationalen Zusammenwirkens der Künstler: Viele von ihnen zogen aus dem Atelier ins Feld, manche von ihnen fielen. Während einige Künstler die avantgardistische Formensprache bei der militärischen Camouflage einsetzten, fertigten andere patriotisch-volkstümliche Bilderbögen.
Durch die völlig neuen, existenziellen Erfahrungen des Leidens und der Zerstörung fanden zahlreiche Maler und Zeichner noch in diesen Kriegsjahren zu bewegenden neuen Themen und bildnerischen Verfahren. Schon während der Krieg wütete, versammelten sich in der neutralen Schweiz emigrierte Kriegsgegner und gründeten 1916 Dada als internationale Protestbewegung, spätere Surrealisten forderten einen „esprit nouveau“ als Inbegriff der von allem Alten sich befreienden Kultur, wieder andereKünstler näherten sich der vollständigen Abstraktion. Bei Kriegsende waren die Weichen für die richtungsweisenden Strömungen des 20. Jahrhunderts gestellt.
Die facettenreiche Ausstellung präsentiert diese dramatische Zeit anhand von über 300 herausragenden Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen sowie dokumentarischen Fotografien von 60 der wichtigsten Künstler aus ganz Europa.
8. November 2013 bis 23. Februar 2014

MISSING SONS. Verlorene Söhne
Ausgehend vom Ersten Weltkrieg schlägt die Ausstellung „Missing Sons. Verlorene Söhne” eine Brücke bis ins 21. Jahrhundert. Fotos und fünf Originalarbeiten von Käthe Kollwitz skizzieren den kulturhistorischen Einschnitt, der Millionen von Toten, Vermissten und Hinterbliebenen bedeutete. Alles, was von den Vermissten übrigbleibt, sind ihre Namen, verdeutlicht an den Gedenkorten durch die Inschriften mit langen Namenslisten. Wie sind die Menschen mit dem Verschwinden umgegangen, mit der Erinnerung, mit der Trauer?
Diese Fragen erörtert die Präsentation, die der Ausstellung „1914. Die Avantgarden im Kampf” nachbarschaftlich zur Seite steht, nicht nur im Hinblick auf zwischenstaatliche Kriege, sondern auch auf Diktaturen, Bürgerkriege und den Terroranschlag vom 11. September 2001.
8. November 2013 bis 23. Februar 2014

Informationen

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundes­republik Deutschland

Museumsmeile Bonn

Friedrich-Ebert-Allee 4, D-53113 Bonn

Tel. +49 (0) 228/91 71-200

info@bundeskunsthalle.de

http://www.bundeskunsthalle.de


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