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Sex und Evolution

Imposante Geweihe, prächtige Gefieder, virtuose ­Gesänge und betörende Düfte haben das LWL-Museum für Naturkunde in Münster erobert.

Im einzigen deutschen Naturkunde­museum mit Großplanetarium ist alles unter einem Dach zu finden, daher ist das LWL-Museum für Naturkunde ein ideales Ausflugsziel, um einen entspannten Tag mit Sternreisen, Natur und Kultur zu erleben. Das Museum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) hat nun das spannende, wissenschaftlich anspruchsvolle, sensible und zugleich auch attraktive Thema Sex und Evolution aufgegriffen.
Die Sonderausstellung des LWL-Mu­seums widmet sich seit 11. Oktober 2013 auf über 500 Quadratmetern der schönsten Sache der Welt, dem Sex. Die Besucher erfahren, warum die aufwendige se­xuelle Fortpflanzung gleichwohl sehr erfolgreich ist und was man unter der weniger kostspieligen und zeitaufwendigen Jungfernzeugung versteht. Die Ausstellung zeigt, warum das „schöne“ oft nicht das weibliche Geschlecht ist, klärt, wie Männchen ticken und was Weibchen wollen und wie sie trotz unterschiedlicher Interessen am Ende doch zusammenfinden. Das skurrile Paarungsverhalten der Bettwanze wird ebenso betrachtet wie die Verführungskunst des Laubenvogels. Die Besucher erfahren, was ein Liebespfeil ist, und sie lernen, warum das Schnüffeln an verschwitzten T-Shirts uns Menschen mitunter bei der Partnersuche hilft.
In der Ausstellung werden exemplarisch asexuelle und sexuelle Fortpflanzung in der Natur an überzeugenden Beispielen erläutert. Des Weiteren werden die unterschiedlichsten Strategien in der Natur bei der Partnerwahl und Paarung vorgestellt. Die entsprechenden Erläuterungen erfolgen durch naturkundliche Objekte, Fotos, Grafiken und interaktive Medien sowie Mitmachstationen, die ein spielerisches Lernen ermöglichen sollen.
Aus evolutionsbiologischer Sicht ist es das oberste Ziel aller Lebewesen, sich fortzupflanzen und die eigenen Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Im Lauf der Evolution haben sich verschiedenste Fortpflanzungsstrategien entwickelt. Fortpflanzung wird meist direkt mit Sexualität in Verbindung gebracht. Doch es gibt auch ganz andere Strategien, die auf dem Prinzip der nichtgeschlechtlichen, also asexuellen, Fortpflanzung beruhen: Viele Pflanzen bilden Ableger; Bakterien und andere Einzeller vermehren sich durch einfache Zweiteilung. Der Vorteil ist, dass erfolgreiche Genkombinationen erhalten bleiben und eine ressourcenverbrauchende Suche nach Fortpflanzungspartnern entfällt. Trotzdem ist bei den meisten Tieren und Pflanzen die zweigeschlechtliche Sexualität der bei Weitem häufigste Fortpflanzungstyp.
Entsprechend der Ausstellungstradition des Museums, den Menschen in die Ausstellungsthematik einzubeziehen, wird auch in dieser Ausstellung die Beziehung zu menschlichen Verhaltensweisen hergestellt. So wird der Frage nachgegangen werden, welche Gemeinsamkeiten, aber auch welche Unterschiede es im Sexualverhalten von Tier und Mensch gibt.
bis 19. Oktober 2014

Spezielle Angebote zur Sonderausstellung:
Audioguide mit familienfreundlichem Programm in Deutsch und Englisch. Für Menschen mit Hörbehinderung gibt es ­eine Induktionsschleife für den Audio­guide. Führung für Erwachsenengruppen sowie museumspädagogische Programme von Klasse 1 bis Sekundarstufe II.

Informationen

LWL-Museum für Naturkunde

Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium

Sentruper Straße 285, D-48161 Münster

Tel. +49 (0) 251/591-05

Di–So 9–18 Uhr

naturkundemuseum@lwl.org

http://www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de


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