Thea Duskin: Untitled, 2011 © Thea Duskin, Foto: Kimberly FrostChristian Poveda: El Gangster de Iberia (Mara Salvatrucha), San Salvador, 2008 Der Bandenkrieg der Mara Salvatrucha in El Salvador ©  Christian Poveda / Agence VU', Foto:Christian PovedaMa Hla Oo aus Laytu-Chin, Nördliches Rakhine, Burma, Foto: Jens Uwe ParkitnyMaud Stevens Wagner, Tattoo Artist, USA 1877-1961Skin to Skin: Angélica Dass: Humanæ, 2010, work in progress © Angélica Dass, Rio de Janeiro (BR), Foto: Angélica Dass, Rio de Janeiro (BR)

Tattoo

Könige, Prinzen, Fürsten – viele Angehörige fast aller europäischer ­Königs- und Fürstenhäuser waren tätowiert. König Edward VII. hatte eins, Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha genauso wie Zar Nikolaus II., Prinzessin Marie von Orléans, und sogar Königin Victoria soll Tattoos an intimen Stellen des Körpers getragen haben.

Im Winter unsichtbar verborgen, im Sommer öffentlich und stolz zur Schau getragen: Tattoos sind zum allgegenwärtigen Trend geworden. Aber Tattoos sind bei Weitem nicht nur ein aktuelles Massenphänomen und kultiges Modeaccessoire, kennen doch weltweit sämtliche Kulturen die Tradition der Tätowierung, und die menschliche Haut wurde seit jeher als Leinwand für die Kunst der Tattoos benutzt. Entsprechend gehören sie denn auch zu den frühen Kunstformen und ältesten Handwerkspraktiken.
Die Ausstellung TATTOO widmet sich alten Traditionen und neuen Geschichten mit Augenmerk auf künstlerischen, handwerklichen und kulturspezifischen Fragen. Sie präsentiert internationale Positionen aus diversen Perspektiven und nimmt aktuelle Diskussionen auf, ist doch die Haut als Kommunikationsmedium auch ein kulturwissenschaftliches Thema, das mehr und mehr erforscht wird – als Teil davon erhält in jüngster Zeit auch die Tradition der Tattoos ständig wachsende Aufmerksamkeit, die jedoch, gemessen an der Massenbekanntheit der Tattoos, nach wie vor spärlich ist.
Erstmals verklammert eine Ausstellung diese breite Palette an Bezügen und zeigt das ak­tuelle Phänomen mit Fokus auf Kunst und Design. Das anhaltende Interesse an den bleibenden Bildern, Schriften und Symbolen inspiriert nämlich ebenso Künstler und Designer, die sich mit Tattoos auseinandersetzen und diese nicht nur in ihrem Werk thematisieren, sondern eine vollkommen neue Szene erschaffen – entsprechend sind auch die neuen Einflüsse aus Kunst, traditio­neller Tätowierkunst und visueller Kultur Thema der Ausstellung.

Skin to Skin
Mit der neuen Ausstellung SKIN TO SKIN – über Haut und Häute ergänzt das Ge­werbemuseum Winterthur ab 1. Dezember 2013 die bereits im Herbst eröffnete Ausstellung TATTOO und widmet sich gemeinsam mit der Sonderpräsentation MATERIAL ARCHIV: Leder und andere tierische Häute in umfassender Weise dem Thema Haut in den Bereichen Kunst, Design und Wissenschaft. Eine dreiteilige Schau zum Berühren nah auf den Spuren der Genialität von Haut und Häuten, begleitet von einem reichhaltigen Rahmenprogramm.
Ohne Haut kein Leben: Als größtes Organ formt und schützt die Haut den Körper, und ihre komplexen Eigenschaften sind einzigartig. Sie markiert sowohl die Grenze zwischen innen und außen als auch diejenige zwischen dem System des Selbst und dem System der Welt. Sie hat soziale, kommunikative und sensorische Funktionen und gleichwohl erotische und symbolische Bedeutung. Die Haut reflektiert unsere Identität, sie spiegelt Emotionen und ist Ort prägender Lebensgeschichten. In den Künsten ist sie seit jeher ein Thema, und ihre Qualitäten inspirieren ebenso Architektur und Design. So kennt auch ihre Materialität in Form von Leder oder Pergament eine lange Geschichte des Gebrauchs. Auch innerhalb der Medizin führt das Experiment an der Haut stetig zu neuen Innovationen, und als Kommunikationsmedium ist die Haut ein aktuelles kulturwissenschaftliches Phänomen, das mehr und mehr erforscht wird – auch diese Gebiete finden Eingang in die Gesamtschau.

MATERIAL ARCHIV: Leder und andere ­tierische Häute
Im Fokus dieser Sonderpräsentation des Gewerbemuseums steht die Haut verschiedener Tier-, Fisch- oder Reptilienarten, und es werden sowohl Hintergrundinformationen zur Verarbeitung und Zurichtung von Leder wie auch Fragen zu Nachhaltigkeit und Artenschutz behandelt. ­Eine Reihe von Materialexperimenten zeigt zudem neuartige Möglichkeiten der Lederverarbeitung.

Die dreiteilige Gesamtschau zum Thema Haut ist bis 9. Juni 2014 im Gewerbemuseum zu sehen.

Informationen

Gewerbemuseum Winterthur

Kirchplatz 14, CH-8400 Winterthur

Tel. +41 (0) 52/267 51 36

Di–So 10–17 Uhr, Do 10–20 Uhr

gewerbemuseum@win.ch

http://www.gewerbemuseum.ch

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