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Bruckner Orchester Linz in St. Florian

30. Sept. 2011
Im Originalmanuskript der 2. Symphonie, archiviert in der Österreichischen Nationalbibliothek, notierte Bruckner mehrere Daten, so z. B. beim Finale: "Scitze Linz, 10. August 1871". Eher müsste es heißen: "London"“, denn im August 1871 erlebte Bruckner seine großen Triumphe als Organist in England.

Bruckner Orchester Linz
Dennis Russell Davies

A. Bruckner: Symphonie Nr. 2 c-Moll Wab 102

Nach seiner Rückkehr, komponierte er in Wien seine 2. Symphonie, die er anfangs noch seine 3. nannte (es waren die 1. Symphonie in der Linzer Fassung und die früher fälschlich als "Nullte" bezeichnete Symphonie d-Moll aus dem Jahre 1869 vorausgegangen), in der "normalen" Reihenfolge: erster Satz 11. Oktober 1871 bis 8. Juli 1872; Scherzo 16. bis 18. Juli 1872; Adagio 18. bis 25. Juli 1872 und Finale 28. Juli bis 11. September 1872 (in St. Florian).

Die Reihenfolge der Mittelsätze war hier noch Scherzo – Adagio. In dieser Form hat Bruckner selbst seine 2. Symphonie nie gehört. Diese Fassung wurde von William Carragan rekonstruiert und erst am 19. März 1991 im Brucknerhaus vom Bruckner Orchester Linz unter seinem Ehrendirigenten Kurt Eichhorn uraufgeführt.

Bereits im Oktober 1872 reichte Bruckner seine am 11. September vollendete 2. Symphonie bei den Wiener Philharmonikern ein. Es war Johann Herbeck zu verdanken, dass Fürst Johann Liechtenstein II. die Mittel zur Verfügung stellte, um eine Aufführung am 26. Oktober 1873, zur Schlussfeier der Weltausstellung, im Großen Musikvereinssaal zu realisieren. Bruckner war bemüht, die Satzglieder durch Anbringung von Pausen deutlich voneinander abzugrenzen. Deswegen nannten die Musiker das Werk "Pausensymphonie". Arthur Nikisch hat Bruckner dazu befragt, worauf der Komponist antwortete: "Ja, sehen Sie, wenn ich etwas Bedeutungsvolles zu sagen habe, muss ich doch vorher Atem schöpfen!"

Trotzdem hat er bei späteren Bearbeitungen einige Generalpausen fallen lassen, vor allem im Finale. Bruckner selbst nannte seine 2. Symphonie gelegentlich die "Lyrische" und auch die "Populäre" (wegen ihres leichter verständlichen Gehaltes). "Bruckner ist selbstverständlich", sagt Dennis Russell Davies, Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz. "Es ist mir ein Anliegen, Musik nicht nur zu konservieren, sondern Neues zu entdecken und damit auch die Neugierde des Publikums zu wecken. Das ist wesentlich für den internationalen Ruf des Brucknerhauses und des Bruckner Orchesters Linz." Marie-Theres Arnbom

Kultur-Shuttlebus nach St. Florian. Preis € 7,– hin- und retour.

Preis Euro: 71,– / 60,– / 51,– / 44,– // Jugendkarte 10,–

Details zur Spielstätte:
Stiftsstraße 1, A-4490 St. Florian
Im Rahmen des Festivals:
Brucknerfest Linz

Veranstaltungsvorschau: Bruckner Orchester Linz in St. Florian - Stiftsbasilika St. Florian

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