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Fidelio

9. bis 10. Juni 2009
Das Pathos der Frau als rettender Engel, wie Beethoven es mit der Kraft der Oper beschwört, erhält durch Zemlinskys Transkription eine fast intime Durchsichtigkeit, die dem Tanz Raum gibt und ihn so erst möglich macht.

Im 19. Jahrhundert war es üblich, die gewaltigen Partituren der beliebten Opern sozusagen „für den häuslichen Gebrauch“ einzurichten. Solche Bearbeitungen, in denen das Klavier an Stelle eines großen Orchesters steht, trugen ganz wesentlich dazu bei, Werke wie Fidelio bekannt zu machen. Auf diese Weise hat sich auch mit der Musik von Beethovens Oper die Hymne auf die eheliche Treue in den Hauskonzerten des Biedermeier verbreitet.
In dieser Situation nimmt Jochen Ulrichs Ballett seinen Ausgang. Von hier aus bricht Leonore auf, um als Mann verkleidet ihren Gatten aus dem Gefängnis der Jakobiner zu befreien. Mit ihrem Weg kippt die Wohnzimmeridylle in die Ausweglosigkeit eines Staatsgefängnisses des 18. Jahrhunderts in Spanien.
Hier entwickelt die Choreographie innere Bilder vom Aufleuchten einer Sehnsucht nach Freiheit und Glück, die ständig stärker werden, je mehr sie in die Trostlosigkeit des Kerkers zurückgeworfen werden.
Durch die Klavierfassung bleiben dabei die Gefühlsausbrüche gefasst und ereignen sich umso mehr im Körper der Tänzer.

Details zur Spielstätte:
Linke Wienzeile 6, A-1060 Wien

Veranstaltungsvorschau: Fidelio - Theater an der Wien - Das neue Opernhaus

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