Lucio Silla

27. April 2016
Dramma per musica in drei Akten (1772)

Eine der grausamsten Perioden der römischen Antike hat der 16jährige Mozart in seiner zweiten Opera seria Lucio Silla behandelt: Cornelius Lucius Sulla (138-78 v. Chr.) hatte als Diktator rund 1500 gegnerische Adelige umbringen lassen, in seiner Oper lässt Mozart jedoch am Ende Silla (Sulla) gegenüber seinem Konkurrenten Cecilio Milde walten und begnadigt diesen. Den Opernauftrag hat Mozart – ebenso wie zwei Jahre zuvor für Mitridate – vom Mailänder Teatro Regio Ducale für die Karnevalssaison 1772/73 erhalten. Die Komposition war jedoch mit einigen Schwierigkeiten verknüpft: Der Librettist Giovanni da Gamerra hatte sein Libretto zur Korrektur an den verehrten Dichterkollegen Metastasio nach Wien geschickt, worauf Mozart alle im Voraus komponierten Rezitative wieder revidieren musste, weiters trafen die Sänger teilweise verspätet in Mailand ein, weshalb sich die Vertonungen der Arien verzögerte. Die Uraufführung am 26. Dezember 1772 wurde nur ein mäßiger Erfolg, nach 26 Aufführungen verschwand das Werk für eineinhalb Jahrhunderte in der Versenkung. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde man auf die Qualitäten dieser Oper aufmerksam, die bei aller Konvention durch den Versuch Mozarts besticht, namentlich an den Aktschlüssen die Dramatik zu steigern und die Arien durch orchesterbegleitete Rezitative und Choreinsatz zu größeren Einheiten zusammenzufassen.

Details zur Spielstätte:
Linke Wienzeile 6, A-1060 Wien

Veranstaltungsvorschau: Lucio Silla - Theater an der Wien - Das neue Opernhaus

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