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Heldenplatz

2. Okt. bis 12. Dez. 2010
Regie bei Thomas Bernhards berühmten Schauspiel führt Klaus Rohrmoser.

Am 15. März 1938 verkündete Adolf Hitler unter den Jubelrufen der anwesenden Wiener auf dem Heldenplatz den „Anschluss“ Österreichs an Deutschland. 50 Jahre später richtet die Erinnerung daran Frau Professor Schuster noch immer nervlich zu Grunde. Denn ausgerechnet eine Wohnung mit Blick auf den Heldenplatz hat ihr Mann nach seiner Rückkehr aus dem Exil in Oxford mit seiner Familie bezogen. Ein großer Fehler. Wie überhaupt die ganze Rückkehr nach Österreich ein großer Fehler war. Denn wirklich akzeptiert wurden die Juden Schuster nie wieder dort, nicht an der Universität, nicht im wirklichen Leben. Nachdem aber seine Frau über Jahrzehnte regelrecht verfolgt wird vom Heldenplatz-Jubel, hat sich Professor Schuster endlich zu einer Rückkehr nach Oxford überreden lassen, obwohl er dort keine geistige Heimat gefunden hätte. Sein einziger Ausweg aus dem Dilemma: der Selbstmord. Nach seinem Begräbnis beginnt das Stück.
Die Hausangestellten, die Familie und die Freunde der Familie sinnieren über die Gründe von Professor Schusters Tod. Und diese Gründe nun, die Bernhard wie immer schonungslos und im unverkennbaren Stil seiner präzisen Übertreibung vor dem Publikum ausbreitet, haben 1988 eine Welle der Entrüstung – wohlgemerkt schon vor der Uraufführung am Burgtheater – entfacht. Denn Bernhards Stück verdeutlichte nur zu genau die aktuellen politischen, moralischen und geistigen Verhältnisse im Land. Und heute, 20 Jahre danach? Die Wucht des Textes ist nach wie vor beeindruckend. Aber hat sich etwas verändert? In der Politik? Im Publikum? Wir sind gespannt…
PROFESSOR ROBERT: ÖSTERREICH SELBST IST NICHTS ALS EINE BÜHNE / AUF DER ALLES VERLODERT VERMODERT UND VERKOMMEN IST / EINE IN SICH SELBST VERHASSTE STATISTERIE / DIE UNUNTERBROCHEN AUS VOLLEM HALS NACH EINEM REGISSEUR SCHREIT

Details zur Spielstätte:
Rennweg 2, A-6020 Innsbruck

Veranstaltungsvorschau: Heldenplatz - Tiroler Landestheater - Großes Haus

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