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Foto: Romolo ed Ersilia


Romolo ed Ersilia

26. bis 28. Aug. 2011
Innsbrucker Wiederentdeckung der Hochzeitsoper von 1765: Johann Adolph Hasse, gebürtig aus einem Dorf bei Hamburg, stieg zum berühmtesten Opernkomponisten seiner Epoche auf. Italien, wo er von Venedig bis Neapel mit seinen Opern erfolgreich war, feierte ihn als "Il divino Sassone", in Dresden leitete der Musiker drei Jahrzehnte lang als Hofkapellmeister die Oper und baute sie zu einem der glanzvollen Musiktheaterhäuser Europas auf.

Joseph Haydn verehrte ihn als Vorbild, Wolfgang Amadeus Mozart bezeichnete ihn als "unsterblich", Kaiserin Maria Theresia erkor ihn zu ihrem Lieblingskomponisten und erteilte ihm mehrere Aufträge. Einer davon galt der Komposition einer Festoper für Innsbruck zur Hochzeit von Erzherzog Leopold und der spanischen Prinzessin Maria Ludovica. Am 6. August 1765 erlebte im damaligen barocken Opernhaus am Rennweg "Romolo ed Ersilia", Hasses bereits 59. Werk für die Opernbühne, seine mondäne Uraufführung. Hasse arbeitete auch für diese Oper mit dem Wiener Hofdichter und bedeutendsten Opernlibrettisten des 18. Jahrhunderts, Pietro Metastasio, zusammen, ja die beiden krönten mit dem reifen Werk ihre jahrzehntelange Kooperation im Dienste der Opera seria. Metastasio griff auf die römische Sage vom Raub der Sabinerinnen zurück. Dem Hochzeitspaar in Innsbruck wurde 1765 eine Hochzeitsoper präsentiert. Ersilia, die Braut des Gründers von Rom, ist die Tochter des Fürsten Curzio, der so wie Acronte Herrscher über ein Reich in der Nachbarschaft Roms ist. Curzio und Acronte wollen Romolo entmachten und die geraubten Sabinerinnen befreien. Ersilia ist hin- und hergerissen zwischen Romolo, den sie liebt, und ihrem Vater, dem sie gehorcht. In ihrem Herzen spiegeln sich die Ereignisse in Rom mit den Machtansprüchen Curzios und Acrontes und den Heiratsplänen Romolos, dessen friedliebendes Wesen schließlich ein "Happy end" herbeiführt. Nur der aufrührerische Acronte bleibt auf der Strecke. 246 Jahre nach ihrer Premiere erlebt die grandiose Oper an ihrer Geburtsstätte in Innsbruck eine Wiederentdeckung, die unter der musikalischen Leitung von Attilio Cremonesi stehen wird. Cremonesi preist den zuhöchst virtuosen Opernstil Hasses an, der bereits die kommende Epoche von Gluck und Mozart ankündigt. Das französische Ensemble Café Zimmermann wird ein exquisites SängerInnen-Ensemble begleiten. Die Hauptpartie des Romolo wird die unter anderem schon bei den Händel-Festspielen Halle gefeierte Mezzosopranistin Mariselle Martinez singen.

Auch bei dieser Oper ist die Sonntag-Vorstellung vor allem als Service für BesucherInnen, die von weiter entfernt anreisen, schon um 16:00 Uhr angesetzt.

Opera seria in drei Akten von Johann Adolph HASSE (1699-1783)
Libretto von Pietro METASTASIO

Mariselle Martinez (Romolo), Eleonora Buratto (Ersilia), Robin Johannsen (Valeria), Netta Or (Ostilio), Johannes Chum (Curzio) & Marina de Liso (Acronte)

Café Zimmermann, Attilio Cremonesi (Musikalische Leitung), Aniara Amos (Regie und Ausstattung)

Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Details zur Spielstätte:
Rennweg 2, A-6020 Innsbruck

Veranstaltungsvorschau: Romolo ed Ersilia - Tiroler Landestheater - Großes Haus

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