SIMsKultur Online

Blauer Torso, 1976, Mischtechnik auf Nessel Galerie Klaus Gerrit Friese, Stuttgart, © VG Bild-Kunst, Bonn,  Foto: Archiv Walter-Die Schönheit wird konvulsiv sein oder sie wird nicht sein, 1980, Öl und Collage auf Leinwand Privatsammlung Berlin, © VG Bild-KWie das Licht zwischen Zauber und Zeichen, 1999, Mischtechnik auf Leinwand Dauerleihgabe der Walter-Stöhrer-Stiftung ScholderupiProjekt -„Jugend -interpretiert Kunst“, Foto: MKM/A. L. Thomas

Walter Stöhrers „Kraftfelder“ und junge T­alente

Walter Stöhrer (1937–2000) gehört zu den „rebellischen Einzelgängern“ in der ­deutschen Kunst. Das MKM ehrt den Maler mit der ersten umfassenden Werkschau im Ruhrgebiet und öffnet danach bereits zum zehnten Mal das Haus für Deutschlands kreativste Schüler.
Philosophenweg 55, D-47051 Duisburg

Die Stöhrer-Retrospektive beginnt mit den frühen Gemälden der 1960er-Jahre, und präsentiert auf 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche rund 70 Werke aus allen wichtigen Schaffensphasen bis hin zum letzten Bild, an dem der Künstler 1999 kurz vor seinem Tod noch gemalt hat. Verantwortlich für die Ausstellung ist die Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn.
Der Besucher erlebt einen Gang durch vier Jahrzehnte drängenden Schaffens eines Künstlers, der zu Extremen neigte, höchst emotional zu Werke ging und exzessiv lebte und arbeitete. „Das Entscheidende waren sein unheimlicher Elan und sein Drang, sich ausdrücken zu wollen. Seine Malerei war manchmal eine richtig bar­barische Tat“, sagt Günther Wirth, der Stöh­rers Werk über Jahrzehnte als Freund, Kurator und Kunstkritiker begleitet hat.
Der Fokus der Ausstellung liegt auf den Gemälden Walter Stöhrers, daneben sind aber auch wichtige Papierarbeiten zu sehen. Ein zentraler Raum zeigt die monumentale vierteilige Arbeit Schlachtet den Vater von 1969. In einer öffentlichen Malaktion hatte Stöhrer damals im Württembergischen Kunstverein Stuttgart vier großformatige Zeichnungen (je 220 mal 630 Zentimeter) seines Professors HAP Grieshaber übermalt, der seinen ehemals besten Studenten selbst dazu eingeladen hatte.
bis 5. Dezember 2010

Jugend interpretiert Kunst
Zum zehnten Mal realisiert das MKM den Förderwettbewerb „Jugend interpretiert Kunst“ und vergibt den hochdotierten „Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preis.“ Hier wird talentierten Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland die Chance geboten, sich intensiv mit moderner Kunst auseinanderzusetzen und mit der Gestaltung eines eigenen Werks zu zeigen, was an kreativem und organisatorischem Potential in ihnen steckt. „Herausforderer“ sind keine Geringeren als die im MKM präsentierten Künstler wie z.B. Anselm Kiefer, Gerhard Richter oder auch Walter Stöhrer.
Offenheit ist bei „Jugend interpretiert Kunst“ ebenso gefragt wie Phantasie und Teamgeist. In der aktiven Auseinandersetzung mit den Werken, unmittelbar vor den Originalen im Museum, und bei der anschließenden kreativen Arbeit wird Kunst als spannende Begegnung mit neuen Ideen erfahrbar und beflügelt das Denken. Eine hochkarätige Fachjury, der u.a. die Künstler Markus Lüpertz und Abraham David Christian angehören, bewertet die Schülerarbeiten. Das Engagement aller mitwirkenden Schulen wird mit einer gemeinsamen Ausstellung im MKM honoriert.
Preisverleihung: 14. Dezember, 19 Uhr
Ausstellung: 15. Dezember 2010 bis 16. Januar 2011

Informationen
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
Philosophenweg 55, D-47051 Duisburg
Tel. (+49-203) 30 19 48-10, -11
Mi 14–18 Uhr, Do–So und Fei 11–18 Uhr
öffentliche Führungen: So 11 und 15 Uhr
office@museum-kueppersmuehle.de
www.museum-kueppersmuehle.de

Leserkommentare

Zum Kommentieren kostenfrei registrieren oder anmelden.